Nachvollziehbar ist es schon – jeder professionelle Texter schlägt bei dem einen oder anderen Text im Internet die Hände über dem Kopf zusammen. Nein, da ist nicht alles Gold was glänzt. Nur ist das keine Folge des WorldWideWeb. Auch in älteren deutschen Zeitungen kann man schlechte Texte lesen. Ganz besonders bei Werbetexten.
Irgendwo habe ich mal den Spruch gelesen – “Wenn ein Texter bei jeder schlechten Werbung im Spiegel einen Cognac trinkt, ist er am Ende der Lektüre sturzbesoffen”. Da ich in letzer Zeit keinen Spiegel gelesen habe – der Spruch ist mindestens 20 Jahre alt
Innovative Produkte in bestechender Qualität finden sich Überall. Das hat sich über die Jahrzehnte so gehalten. Schreibt “man” halt so. Die Frauen vielleicht auch. Doch dies erklärt die fallenden Preise für Texte nicht alleine,
denn da ist noch etwas…
Die KostNix Gesellschaft.
Informationen kosten im Internet nichts. Punkt. Da geht es nicht nur um die Probleme der Zeitungen, Zeitschriften und Magazine. Die – ziemlich verzweifelt – einen Weg suchen, wie im Internet Geld verdient werden kann. Wer ein bisschen von Betriebswirtschaftslehre versteht, der muss bei manchen Geschäftsmodellen bleich werden. Alles wird verschenkt. EMail Konto – umsonst. Speicherplatz im Web – gibt´s für lau. Und für ein Blog oder eine Homepage gilt ohnehin: kostenlos, oder keine Geschäft.
Nur, was für ein Geschäft soll das denn sein? Der etwas angegraute Spruch “nichts ist umsonst”, ist nur teilweise richtig. Speicherplatz und Bandbreiten? In neun bis zwölf Monaten kriegen sie für den heutigen Preis das Doppelte. Kosten dafür spielen ganz einfach (fast) keine Rolle mehr.
Wieviel Speicherplatz brauchen Sie für Ihre EMails? Google hat zuletzt 7 Gigabyte angezeigt. Vor vielen Jahren habe ich eine Festplatte gekauft: 200MB für 1.162 DM. Grob gerechnet wäre der Wert für 7 Gigabyte dann 19.250 Euro. Was berechnet mir Google? Nix, Niente, Nada.
Der Preisverfall macht auch vor den Inhalten selbst nicht halt. Was für ein Unterschied soll es sein, ob ich ein Textverarbeitungsprogramm für Einen Benutzer entwickle, oder für 5 Millionen? Die Software wird zum Download bereitgestellt, die Kosten für die nötige Bandbreite spielen eine untergeordnete Rolle.
So zum Beispiel bei OpenOffice Produkten. Bei vielen anderen Dingen wie den Inhalten, den Texten eben, auch. Und jetzt kommt der Texter und möchte für seinen Text bezahlt werden. Gut bezahlt werden – versteht sich. Es ist schon klar, Texten ist ein Handwerk. Da braucht man eine Ausbildung und viel Erfahrung. Und – es kann nicht jeder.
Gleichzeitig ist aber der Bedarf an “Schriftstücken” stark gestiegen. Zugegeben, eine kleine Untertreibung. Wer mag kann mal den Buchstaben “a” bei Google eingeben. Da werden dann 16 Milliarden 570 Millionen Texte gefunden. Das sind sehr viele Direktwerbebriefe. Auch wenn die Zeitungsanzeigen dazu genommen werden – es ist ein bisschen Mehr. Mehr Information, mehr Seiten. Und nicht jede dieser einzelnen “Texteinheiten” muss in der Qualität eines guten Werbetextes geliefert werden.
Doch Irgendwer stellt diese Information zur Verfügung. Und gelesen wird (manches) auch.
Und da ist noch etwas…
Jeder spricht gerne über sich selbst. Oder veröffentlicht gerne einen Text in seinem ganz persönlichen Blog. Das Angebot an Schreibern ist riesig. Der Bedarf an Texten auch. Da hilft alles Jammern und Lamentieren nichts, es ist so. Und wird sich vermutlich auch nicht mehr ändern. Die “grosse Masse” schreibt News, Texte zu AffiliateProgrammen und anderes. Die Profis schreiben Texte für gute Landingpages. Ein Text auf einer LandingPage soll den Leser animieren, meistens dazu animieren etwas zu kaufen. Also – klicken, und die Kontonummer oder Kreditkartennummer angeben.
Bei Content.de, ClickWork und ähnlichen Diensten wird nicht nach Texten für Landingpages gefragt. Selten jedenfalls.
Die Leute wollen unterhalten werden. Brot und Spiele. Eine Nachricht, ein kurzes Zitat oder ein kurze Stellungnahme. DejaVu – schon gesehen, 15 Sekunden und der Leser ist wieder Weg. Bei der nächsten interessanten Nachricht. Das nennt man Informationsflut und – die Menschen lieben es.
Die vielen Schreiberlinge haben nun entdeckt, das für das Erstellen von kurzen Nachrichten ein paar Cents bezahlt werden. Dreissigtausend Aufträge bei Clickwork. Vierzigtausend Mitarbeiter. So, jetzt mag mir mal jemand erklären – wie soll man da die Preise hochhalten? Es ist eine Illusion. Auch nach einer tagelangen Diskussion, wie denn das geregelt oder – neudeutsch gemanagt – werden kann. Hohe Preise für Texte bleiben eine Illusion.
Wer durch schreiben Geld verdienen will, gibt sich entweder mit (sehr) wenig zufrieden, oder sucht sich noch einen andere Möglichkeit etwas Geld zu verdienen. Genauso wie Google, Facebook, Twitter und viele viele andere auch. Firmen, die bestimmte Dinge kostenlos anbieten. Und sich ANDERE Möglichkeiten geschaffen haben trotzdem (oder deswegen) Geld zu verdienen. Nur zwei Ideen mal kurz angerissen:
- Es werden Texte im eigenen Blog geschrieben. Viele Texte, weil auch hier gilt – die Menschen wollen immer wieder neue Informationen. Ist im Text Werbung eingebunden, dann stellt sich die Frage: wird mit der eingebundenen Werbung Geld verdient? Oder bekomme ich mehr, wenn ich DIESEN Artikel an eine “Agentur” als Unique Content verkaufe – und im eigenen Blog lösche.
- Das Gegenstück ist – die abgeliefertenTexte werden abgespeichert. Und können als Ideensammlung/Anregung für eigene Blogbeiträge verwendet werden. In anderer Form. Versteht sich.
Variation 1. bietet einige Vorteile. Die Fähigkeiten werden durch stetiges Üben besser. Damit steigt die Qualität der Texte, und damit die Bezahlung. Wobei Bezahlung nicht das richtige Wort ist. Der Verdienst. Weil auch Klicks auf eingebundene Werbung im eigenen Blog bei guten Texten häufiger sind.
Professionelle Texter werden nach gut bezahlten Aufträgen suchen müssen. Wie vor der InternetZeit auch. Und genauso wie die “kleinen” Schreiberlinge nach Möglichkeiten Ausschau halten. Möglichkeiten wie denn nun – direkt oder indirekt – Geld verdient werden kann. Meistens indirekt.
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Hallo Fast-Nachbar
Interessanter Beitrag und im Grunde komme ich auf das gleiche Resultat -> Basicthinking wird verkauft und ich überlege – Was ist mein Blog wert?. Basic Thinking ging für ca. 23.000 Euro über den Ladentisch. Also: Es lohnt wirklich nicht, jedenfalls nicht finanziell.