extrem

schlicht und schnell

Pagespeed? Ja. Prefetch? Ne, das geht garnicht...

Canoe

Preload, Prefetch, oder wie auch immer man das nennen mag, ent­wi­ckelt sich so ein bisschen zu einem Renner.

Schlecht ╭∩╮(–_–)╭∩╮

Wobei die Ge­schich­te so neu auch wieder nicht ist: schon 2006 gab es Plugins, zum Beispiel für den Firefox, die genau das er­mög­lich­ten: Seiten, die viel­leicht ir­gend­wann mal auch noch auf­ge­ru­fen werden könnten, vorab laden. Und als Folge davon gab es dann Foren welche die Zugriffe mit dem Teil, dem “Be­schleu­ni­gungs-Plugin”, gesperrt haben. Weil zu­sätz­li­cher und völlig unnötiger Traffic erzeugt wurde.

Sicher, ja: Pagespeed ist etwas positives. Die Ladezeit einer Seite ändert sich al­ler­dings durch das Pre­fet­ching nicht. Die Seite wird nur unbemerkt im Hin­ter­grund geladen. Es mag An­wen­dungs­fäl­le geben wo das sinnvoll ist. Was aber ist mit den Fällen, wo die Seite zwar geladen aber gar­nie­mals­ni­en­icht vom Benutzer auf­ge­ru­fen wird? Dann gehen eben 1 oder 2 oder mehr Megabyte völlig sinn­be­freit durch die Leitung. Welche ja immer schneller wird – die Band­brei­te steigt ständig. Der Leser von Blo­g­ar­ti­keln oder anderen In­ter­net­sei­ten merkt davon nicht immer etwas, die Band­brei­te wird von den Ent­wick­lern immer schneller für mehr oder weniger unsinnige Gadgets verplant, ver­braucht, verbraten.

Pagespeed ist auch durch re­du­zie­ren der Da­ten­men­ge möglich. Bei Seiten mit 35 ein­ge­bau­ten Ja­va­scripts, das macht auch mal mehr als ein Megabyte an Daten, könnte häufig recht viel weg­ge­las­sen werden. Und die meisten Benutzer würden vom Re­du­zie­ren überhaupt nix mit­be­kom­men. Einfach deshalb, weil die Scripts – und andere Daten eben auf jeder Seite mit trans­por­tiert werden. Ob das nun gebraucht wird oder auch nicht. Meistens wird das nicht gebracht.

Pagespeed soll durch (weitere) tech­ni­sche Hilfs­mit­tel erzeugt oder auch nur vor­ge­gau­kelt werden. Ein bisschen so: “welche Plugins kann ich in mein Wordpress-Blog noch einbauen, damit das Blog schneller wird?”. Auf die Idee, dass die Be­schleu­ni­gung, der höhere Pagespeed Wert, auch durch weglassen erreicht werden kann, darauf kommen scheinbar viele nicht.

Pre­fet­ching verleitet wohl den Einen oder die Andere dazu, dass auf die Sei­ten­grö­ße nicht mehr besonders geachtet werden muss. Hier ein bisschen was im HTML-Code hin­zu­fü­gen, der Prefetch Befehl, und alles ist gut. Oder auch nicht. Stellen Sie sich einen kos­ten­lo­sen HotSpot vor. Da wird eine bestimmte Band­brei­te zur Verfügung gestellt die frei benutzt werden können. Zum Surfen. Vor­wie­gend. Und in ver­mut­lich nicht allzu ferner Zukunft dann eben zum Surfen und zum “Pre­fet­chen” von In­ter­net­sei­ten die oft nicht an­ge­schaut werden. Dennoch werden Daten trans­por­tiert und aus einer guten Leistung wird dann ir­gend­wann eine (furchtbar) schlechte Leistung.

Pre­fet­ching bedeutet auch, dass bestimmte “Highspeed-Megabytes” schneller auf­ge­braucht werden. Es muss ja mehr geladen werden; ob mehr Seiten an­ge­schaut werden spielt dabei eine un­ter­ge­ord­ne­te Rolle. Al­ter­tüm­li­che Da­ten­ta­ri­fe werden, fast au­to­ma­tisch teurer. Bei geringer Band­brei­te sind die Aus­wir­kun­gen teilweise ka­ta­stro­phal. Das bisschen ver­füg­ba­re Band­brei­te wird zwischen den zu ladenden Seiten und den, mal vor­sichts­hal­ber, vor­aus­ge­la­de­ne­nen Seiten auf­ge­teilt. Was, in meinem Fall bei­spiels­wei­se, dazu führt, dass eben Seiten die dieses Pre­fet­ching verwenden nicht mehr auf­ge­ru­fen werden.

Mal sehen wie lange es dauert bis neben den Ad­Blo­ckern auch Pre­fetch­Blo­cker auf dem Markt auf­tau­chen.

Oder so…


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