extrem

schlicht und schnell

Hm. "Breaking News" Bullshit Detektor

fuck it

Wu Wei. Abwarten und Tee trinken. Ob sich etwas “wirklich neues” nicht als Unsinn her­aus­stellt.

Menschen sind schon seltsam: auf der einen Seite wird immer nach “News” verlangt. Und auf der anderen Seite greift man sehr gerne auf Bewährtes zurück. Das alles in un­ter­schied­li­chen Mi­schun­gen und die Mi­schun­gen wechseln auch noch abhängig vom Umfeld, der Jah­res­zeit und den Mond­pha­sen.

Und unsere Ein­stel­lun­gen wechseln, sehr stark, durch das was uns in den Medien prä­sen­tiert wird.

HTTP/2, basierend auf HTTPS, macht das Web viel schneller. Pagespeed bringt uns schnell und einfach in den Tref­fer­lis­ten nach Vorne. Wenn wir die richtigen Keywords auswählen, dann ist unser Erfolg im Internet schon so gut wie gesichert. Und Schweine können fliegen.

Selt­sa­mer­wei­se sind bei meiner Funk­ver­bin­dung, immer noch, die Seiten mit “HTTPS” langsamer als das al­ter­tüm­li­che HTTP. Meine Seiten, obwohl blitz­schnell, stehen noch nicht bei allen Begriffen ganz vorne. Keywords habe ich zwar ab und zu die “richtigen” eingebaut .. auf den Erfolg warte ich aber teilweise immer noch. Und fliegende Schweine kenne ich nur vom Hö­ren­sa­gen. Und davon, dass Schweine, in immer kürzeren Abständen, durch’s Dorf getrieben werden.

Um die Wartezeit auf den so sicheren Erfolg ein bisschen ab­zu­kür­zen, stöbere ich auch mal, um 3 in der Nacht, im Internet. Und weil mich der Tinnitus plagt.

Nun ist sowohl Tinnitus als auch der fehlende Erfolg – oder das Warten auf den Erfolg – manchmal ein bisschen zer­mür­bend. Viel­leicht öffnet es aber auch die Sinne und Wir, in dem Fall ich, halten nach neuen Dingen Ausschau. Ver­knü­fun­gen, Quer­den­ken, laterales Denken. Quer­den­ken ist in manchen Si­tua­tio­nen an­ge­neh­mer als sich über bei­spiels­wei­se Tinnitus oder schlech­tes Ranking zu ärgern.

So ergab es sich, dass, Ende August 2016, folgender Artikel von mir gefunden wurde: Reason number 1,001 to slow down when reporting on breaking health news.

Der Artikel ist in Englisch und dadurch, wie manche meiner Texte, etwas schwerer ver­ständ­lich. Wobei die meisten meiner Artikel nicht in Englisch verfasst werden und ich es dennoch fer­tig­brin­ge, etwas schwer ver­ständ­liches zu er­schaf­fen ☺

Es geht in dem Artikel, ganz kurz, um Blut­druck­mes­sun­gen. Und dass mal wieder etwas neues, bahn­bre­chen­des, aus­ser­ge­wöhn­li­ches entdeckt worden ist. BlaBlaBla.

Das mit dem Blut­druck­mes­sen hat aber schon etwas mit Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung zu tun. Weil bei vielen Artikeln zum Thema “SEO” eben der, der Blutdruck, steigt. Ob er nun gemessen wird oder auch nicht. Mein Blutdruck steigt auch, wenn ich bei manchen Blogs seeeehr lange warten muss. Also die Seiten, wo der Pagspeed Wert nicht ganz so toll ist und ich länger als X-Sekunden warten muss. Was wiederum einen Anstieg des Blut­drucks zur Folge hat. Das “kor­re­liert” ge­wis­ser­ma­ßen. Woraus dann für einen mehr oder weniger sinn­vol­len Blo­g­ar­ti­kel ab­ge­lei­tet werden könnte, dass schlechte PageSpeed Werte zu hohem Blutdruck führen. Können. Könnten. Oder so.

Zurück zu den “Breaking News”, In­no­va­tio­nen, Keystones. Keystone = Wen­de­punkt, deshalb geht es hier ja auch wieder zurück.

“Wir” sind versessen auf News. Ähem, ich weniger. Sie? Viel­leicht. Oder Sie kennen jemanden, der auf “News” abfährt. Ohne News nicht sein kann. Die *ild­zei­tung liest. Wobei ein in­ter­es­san­ter Punkt ist, dass “Wir” die Köpfe nicht hängen lassen, wenn wir keine News haben. Wir lassen die Köpfe hängen wenn “Wir” News haben. Oder haben wollen. Ge­ne­ra­ti­on Kopf unten  |   Das Volk der hängenden Köpfe.

Der “Sinn des Lebens” ist wohl, dass wir unsere Zeit füllen. Womit wir die Zeit füllen erscheint auf den ersten Blick zweit­ran­gig. Blutdruck messen. Ladezeit kon­trol­lie­ren. Sta­tis­ti­ken auswerten. News kon­su­mie­ren. Alles al­ter­na­ti­ve Füll­stof­fe. Oder Kekse. Die füllen auch. Was wiederum Stoff für einen oder mehrere weitere Blo­g­ar­ti­kel liefert: der Sinn des Lebens? Kekse!

Was noch nicht erwähnt wurde: denken!

Viel­leicht ist die Frage “ist das wirklich so?” manchmal recht nützlich. Gerade in einer Zeit in der sich, manchmal scheinbar, alles so schnell verändert.

Ist das wirklich so?

Verändert sich, bei­spiels­wei­se bei der Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung, alles so schnell?

Oder beim Blut­druck­mes­sen.

Seit etwa 14 Jahren bin ich in einem “SEO-Forum” an­ge­mel­det. Was ich da erlebe, kurz zu­sam­men­ge­fasst:

  1. eine Handvoll Punkte wird seit Jahren wie­der­holt. Backlinks sind ein Dau­er­bren­ner. “Viel hilft viel” auch.
  2. zu­neh­men­de Tech­no­lo­gi­sie­rung. Ohne Angabe eines Links, damit eine Seite mit Tools ana­ly­siert werden kann, gibt es meistens keine Auskunft. Was wiederum im­pli­ziert, dass weniger selbst gedacht wird. (Im­pli­ka­ti­on = “eine mögliche Folgerung”)
  3. eine Handvoll Fragen werden wie­der­holt.

Punkt 1. und Punkt 3. finde ich ganz besonders in­ter­es­sant.

Auch wenn seit vierzehn Jahren einige Dinge immer wieder “erklärt” werden haben das Manche immer noch nicht begriffen? Das wäre eine mögliche Schluss­fol­ge­rung. Die ich übrigens in vielen Fällen für falsch halte.

Wie erkenne ich Bullshit?

Nun, 100%ig zu­ver­läs­sig wird das nicht möglich sein.

Meine “Strategie” dazu: erst mal abwarten. Das klingt sehr einfach, ist aber in der heutigen (“schnell­le­bi­gen”, wissens scho) Zeit eben alles andere als das. Wenn eine neue In­for­ma­ti­on zur Verfügung steht, dann muss diese In­for­ma­ti­on auch möglichst schnell verwendet werden. Für einen Blo­g­ar­ti­kel oder eine Zei­tungs­mel­dung. Für eine in­no­va­ti­ve Änderung am Design. Für eine “Bre­akth­rough” Ver­bes­se­rung bei der Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung.

Spe­zia­lis­ten zu einem be­lie­bi­gen Thema erkennt “man” viel­leicht nicht daran, wie schnell eine Antwort zu einem neuen Trend erfolgt? Der Trend beim Be­ant­wor­ten geht dahin, dass schon ge­ant­wor­tet wird, bevor die Frage gestellt wird. Nach­den­ken, re­flek­tie­ren, geht nicht mehr. Keine Zeit. (Reflexion = prüfendes und ver­glei­chen­des Nach­den­ken).

In­for­ma­tio­nen?

Etwas weiter oben habe ich ge­schrie­ben “dann muss diese In­for­ma­ti­on auch möglichst schnell verwendet werden”. Nun gilt aber in den meisten fällen, dass es sich ohne Reflexion ver­mut­lich erst mal um “Daten” und nicht um In­for­ma­tio­nen handelt?

Und weil in­zwi­schen der größte Teil von Daten schnell und ungeprüft wei­ter­ge­ge­ben wird ist da eine ganze Menge Bullshit dabei.

Wu Wei. Abwarten und Tee trinken

Was ver­mut­lich den meisten Mit­spie­lern schwer fallen wird.

Genau das kann eine gute Grundlage für eine Strategie sein?

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