extrem

schlicht und schnell

Zu langsame Webseiten sind KEIN neues Problem. Zu langsame Webseiten gab es SCHON IMMER!

Canoe

Es fällt unter die Kategorie “alter Wein in neuen Schläu­chen”: etwas, was seit 10 oder 15 oder 20 Jahren bekannt ist, wird als etwas ganz neues verkauft.

Websites mit Sei­ten­grö­ßen die DEUTLICH über dem Durch­schnitt liegen, diese Webseiten hat es schon immer gegeben. Flash Intro, riesige Bilder, Au­dio­da­tei­en und jede Menge animierte Gif’s. Der Teil mit den ani­mier­ten Gif’s ist nicht mehr so häufig an­zu­tref­fen – es gibt genügend andere und neue und wichtige Dinge die unbedingt auf einer Webseite in­te­griert werden sollten.

Rennen Sie Trends nach. Wenn Sie mögen. Jedes Jahr gibt es eine Liste von Trends, die unbedingt be­rück­sich­tigt werden sollten. Das ist ähnlich wie bei der Mode, bei Diäten und eben neu­er­dings bei “tech­ni­schen An­wen­dun­gen”. Mit einem Smartfon vom letzten Jahr ist der Status als moderne Person halt nicht mehr gegeben?

Scheiss drauf.

Texte müssen ver­ständ­lich sein. Kurz. Leicht lesbar. Ferdsch.

Von Google gab es Anfang des Jahres (2017) eine Studie darüber, dass mobile Webseiten durch­schnitt­lich 22 Sekunden zum Laden brauchen. Hm. Langsam.

Die Frage ist aber auch: wie kann es denn sein, dass das mobile Internet “immer wichtiger” wird, wenn doch fast alle Seiten zu langsam sind?

Es gibt Fälle, wo Bilder gezeigt werden sollten. Schöne Bilder. Große Bilder. Wer eine solche Seite mit dem Smartfon aufruft, der weiss, je­den­falls oft, was in erwartet. Und wenn es denn bedeutet, dass nicht alles ganz so flott angezeigt wird, dann ist das eben so.

Dass Bilder nicht (stark) her­un­ter­ska­liert werden sollten, das ist Manchen bekannt. Und es gibt sogar Designer oder Hobby-Blogger, die sich daran halten. Für die Anderen gilt: wenn 10 Jahre In­for­ma­ti­on darüber, wie denn Platz und Zeit – für den Leser – gespart werden können, nix gebracht hat … dann ist das eben so.

In erster Linie werden die Ge­schwin­dig­keits­pro­ble­me NICHT durch die Technik ver­ur­sacht. Wer glaubt, 10 Youtube-Videos auf der Start­sei­te einbinden zu müssen, der hat eine DESIGN-Ent­schei­dung getroffen. Ob diese Ent­schei­dung nun gut oder schlecht ist, darüber gibt es un­ter­schied­li­che Meinungen. Was aber nicht funk­tio­niert ist, wenn falsche Design-Ent­schei­dungen durch Op­ti­mie­run­gen bei der Technik behoben werden sollen.

Wenn eine Seite viel zu fett ist, dann bringt ein Cache-Plugin, viel­leicht, ein bisschen Er­leich­te­rung. Das Problem, ein Zuviel an Firlefanz, wird dadurch al­ler­dings nicht gelöst.


P.S.: Ich darf das. Einen Rant schreiben. Die Seite IST schnell und schlank. Dass das Design dem Main­stream nicht gefällt, damit kann ich leben. Wobei die Aussage darüber, dass dies dem Main­stream nicht gefällt, von (Design)Spe­zia­lis­ten stammt. Oder Media-Spe­zia­lis­ten. Und es ist ja nicht so, dass sich in den letzten Jahr­zehn­ten ir­gend­wel­che Spe­zia­lis­ten mal getäuscht hätten?

P.P.S.: Es soll durchaus Fälle geben wo das Schielen darauf, was “die Anderen” tun, nicht unbedingt die beste Strategie ist. Eine Extrem-Strategie, so wie hier im Blog, ist es al­ler­dings in recht vielen Fällen auch nicht. Das Leben, In­ter­net­de­sign auch, ist dynamisch und nicht immer planbar. Wenn Sie was eigenes machen, dann ist es durchaus möglich, dass der Erste (und der Zweite und viel­leicht sogar der Dritte) Versuch ein Fehl­schlag ist. Wenn Sie etwas nach­ma­chen, dann ist das, ähm, nach­ge­macht. Daran, dass etwas ganz einfach ab­ge­kup­fert ist, ändert auch das “die Anderen machen das aber auch so” exakt nix.

P.P.P.S: Richtig fette In­ter­net­sei­ten, auf­ge­bla­sen, “Page Bloat”, das waren Seiten von Anfängern, die alle zur Verfügung stehenden Mög­lich­kei­ten einer In­ter­net­sei­te in­te­griert haben. Oder es war eine Seite von Designern / Wer­be­agen­tu­ren. Daran hat sich nicht viel geändert. Womit die Aussage “im Digitalen Zeitalter ändert sich alles viel schneller” widerlegt ist. Irgendwie. Oder so.


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