extrem

schlicht und schnell

42! (Pagespeed, Design, SEO und der ganze Rest?)

Fragen

Nun, in der Ti­tel­zei­le ist keine “richtige” Frage definiert.

Und genau das, schlecht for­mu­lier­te Fragen, scheinen häufig das Problem zu sein? Darauf weist Douglas Adams in seinem Roman “per Anhalter durch die Galaxis” hin, wenn er den Computer, weil die Antwort “42” nicht so gut ankommt, sagen lässt: “I think the problem, to be quite honest with you, is that you've never actually known what the question is.”

Falsche oder schlecht for­mu­lier­te Fragen

Ver­mut­lich sind schlechte Fragen in vielen Bereichen das Problem. Wenn aber die Frage nicht “richtig” ist, dann gilt das viel­leicht für die Antwort auch? Dann ist die Antwort auch “nicht richtig”.

Das geht mir im Bereich SEO ab und zu durch den Kopf, wenn die Antwort, vorab schon bekannt, “mehr hoch­wer­ti­ge Backlinks” lautet. Manchmal schimmert auch ein bisschen “hoch­wer­ti­ger Content” und “Kun­den­nut­zen” durch.

Beim Thema Pagespeed ist’s ähnlich: “maximal 2 Sekunden” passt auch in fast jedem Fall. Unter welchen Umständen diese 2 Sekunden erreicht werden sollen bleibt meistens un­be­ant­wor­tet. Dass ein Pingdom Wert, eben diese 2 Sekunden, nicht in jedem Fall sinnvoll ist, das haben nicht Alle erkannt. Pingdom steht hier stell­ver­tre­tend für “ein Test­pro­gamm das La­de­zei­ten unter best­mög­li­chen Be­din­gun­gen ausgibt”. Die Lei­tungs­ka­pa­zi­tä­ten der Test­ser­ver wird wohl in den sel­tens­ten Fällen unter 2Gbit liegen. Bei 2 Gbit kann man schon von “Breitband” reden, das sind Werte von denen manche Surfer nur träumen können.

Eine schnelle In­ter­net­an­bin­dung ist wohl gerade dann, wenn’s wirklich wichtig wäre, ein (Wunsch)Traum. Ob nun die Idee, dass bei­spiels­wei­se CNN eine “nur Text” Version ihrer Nach­rich­ten zur Verfügung stellt einen Wechsel im Denken darstellt ist fraglich. Auslöser war hier scheinbar der Hurrican Irma. Hier wird ein bisschen was darüber, dass eben dieser Wechsel zu “Text only” statt­fin­det, ge­schrie­ben. Wobei bei 3 (sic!) erwähnten Nach­rich­ten­por­ta­len noch nicht unbedingt von einem Wechsel ge­spro­chen werden kann?

Thin.npr.org gibt’s als nur Text Version schon länger. CNN ist neu. Und www.theage.com.au ist ebenfalls neu – und ein Witz. Oder ein Marketing Gag.

Die In­dex­sei­te von “TheAge” lädt zwar sehr schnell, für die Nach­rich­ten selbst gilt das al­ler­dings nicht. Bei­spiels­ei­se hat dieser Artikel über 900Kb, 129 Requests und benötigt bei einer 3G Ver­bin­dung über 10 Sekunden Ladezeit. Da schneidet CNN noch ein bisschen besser ab: 95Kb und 6 Requests für diesen Artikel klingen nicht schlecht. Al­ler­dings sind von diesen 95Kb etwa 80Kb Ja­va­Script. Daten die für Ana­ly­se­zwe­cke (und Tracking) drauf­ge­hen. Ausserdem ist die Lite Version von CNN nicht mit einem Text­brow­ser, in meinem Fall ELinks, nutzbar – da erscheint exakt nix.

Weshalb sollte eine In­ter­net­sei­te schnell laden?

Die Frage, warum die Ladezeit einer Webseite “schnell” sein sollte, wird seit Jahren breit getreten. Wobei Goethe, wohl nicht ohne Grund, gesagt hatte: „Ge­tre­te­ner Quark wird breit – nicht stark.“

Dass “mehr Verkäufe” und “zu­frie­de­ne­re Kunden” durch bessere Ladezeit erreicht werden können ist, nicht nur im Zu­sam­men­hang von Notfällen wie der Hurrican Irma, eben Quark. Schnel­le­re La­de­zei­ten werden dann gebraucht, wenn für den Leser wichtige In­for­ma­tio­nen zur Verfügung gestellt werden sollen. In jedem Fall. Mit jeder Ver­bin­dung. Mit jedem Gerät.

Wenn die In­for­ma­ti­on unwichtig ist, dann spielt die Ladezeit der Webseite keine Rolle.

Wenn’s drauf ankommt suchen die Menschen nicht nach hübschen Bildern und tollen Videos. Wer bei­spiels­wei­se in Foren rum­jam­mert, dass Pingdom eine Ladezeit von > 2 Sekunden anzeigt, der in­ter­es­siert sich nicht für die Menschen.

Punkt.


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