extrem 

schlicht, kompakt, schnell

Ach wie so trügerisch. Oder "ich liebe (PageSpeed) Tools"

Lingerie Es gibt wohl einen Un­ter­schied zwischen “Design” und “Styling”. Das eine, Design, hat etwas damit zu tun, dass eine Seite problemlos nutzbar ist. Das Andere, Styling, sorgt dafür, dass die Dinge eben hübsch aussehen. Wobei die beiden Begriffe oft synonym(ab­wech­selnd, gleich­be­deu­tend) verwendet werden.

Nu.

Designer sollten, mehr oder weniger, für beides zuständig sein. Es darf und soll hübsch aussehen. Wenn das hübsch an­zu­se­hen­de auch noch einfach und für jeden nutzbar ist, dann ist alles OK.

Nun gehören zu einem guten Design a) In­for­ma­tio­nen / Texte b) eventuell Bildchen c) Schrift­ge­stal­tung.

Der Teil mit der Schrift­ge­stal­tung nennt sich dann Typografie.

Es gibt da also eine (vermutlich) gut gestaltete und in­for­ma­ti­ve Seite zum Thema Typografie. Hier bei­spiels­wei­se. Die ersten Zeilen Text, den Teil konnte ich mit Elinks, das ist ein Text­brow­ser, noch lesen, lauten “A Five Minutes Guide to Better Typography”. Five Minutes, das sind fünf Minuten. Ein “Guide” ist ein Führer. Es soll also of­fen­sicht­lich innerhalb fünf Minuten ein Schnell­ein­stieg in das um­fang­rei­che Thema “Typografie” möglich sein.

Theo­re­tisch.

Da war der Wunsch der Vater des Gedankens?

Nach etwa sechs Minuten konnte ich so grob erkennen, dass es, of­fen­sicht­lich, um Schriften und deren Gestaltung geht. Das war allerdings schon bei der Über­schrift zu vermuten, da steht ja “a Five Minutes Guide to better Typography.

In diesen 6 Minuten habe ich dann gelernt, dass Zei­len­ab­stän­de im Bereich von 1.2 bis 1.5 liegen sollten. Wobei “gelernt” nicht ganz richtig ist. Bei um­fang­rei­chen Analysen hatte ich diese In­for­ma­ti­on schon vorher gefunden. Liegt längere Zeit zurück, seit Jahren verwende ich 1.4 – 1.5 als Zeilenhöhe für den Fließtext.

Weil die In­for­ma­tio­nen nun nicht unbedingt wei­ter­ge­hol­fen haben und die Zeit von 5 Minuten auch schon abgelaufen war habe ich den Kurs über Typografie an der Stelle ab­ge­bro­chen und mich anderen wichtigen Dingen zugewendet. Mit “anderen wichtigen Dingen”, neben der Typografie, ist bei­spiels­wei­se die Frage gemeint, warum die Seite so lange zum Laden braucht. Und hier wird es dann spannend:

Die Seite IST verdammt schnell!

6 Minuten Wartezeit, zugegeben mit einer al­ter­tüm­li­chen EDGE Verbindung, führen nun nicht unbedingt dazu, dass ich in Be­geis­te­rungs­stür­me ausbreche. EDGE ist übrigens eine Mo­bil­ver­bin­dung mit etwa 220KBit und fällt damit unter die Kategorie “was die Großmutter noch wusste”.

Laut den Tools, Web­page­test, YSlow, Pingdom, hat der Designer allerdings alles richtig gemacht. Die Seite überträgt zwar 500* mehr Daten als meine Startseite. Es erfolgen 20* mehr Zugriffe und bei einer getesteten 3G Verbindung braucht die Seite mindestens 15* so lange zum Laden.

Hm. Nichts­des­to­trotz schlägt die Seite mit 99 Punkten bei Pingdom mein un­er­heb­li­ches Werk, lä­cher­li­che 92 Punkte, beinahe um Längen. Und das, obwohl die Seite bei einer mobilen Verbindung für den durch­schnitt­li­chen Benutzer wohl nicht zu gebrauchen ist.

Hm.

Ich liebe PageSpeed Tools!

50 geladene Bildchen, Ladezeiten die “ewig” dauern, beim Warten könnte ein Kind gezeugt werden und eben dieses Kind später dann noch ein bisschen beim Aufwachsen beobachtet werden. Und die Tools finden die Seite toll. Na ja, die Meisten Tools. PageSpeed gibt bei­spiels­wei­se ein “F” aus. Mit 36% von 100% der möglichen Punkte – beim Desktop Test. Der Mobile Test fällt bei PageSpeed noch ein bisschen schlechter aus: ebenfalls ein “F” mit, warten Sie mal, 0% der möglichen 100% als Ergebnis.

Das “F” ist übrigens 6te Buchstabe des Alphabets und steht in diesem Zu­sam­men­hang für “6=setzen, ungenügend” und nicht für “Fuck it”. Wobei einem die beiden Worte schon in den Sinn kommen könnten. Oder so.

Wird aber das passende Tool gewählt, Pingdom bei­spiels­wei­se, dann ist alles in bester Ordnung. Die Leistung könnte einem Kunden ohne Probleme verkauft werden. Die Werte sind schließ­lich bestens. Und wiederum genau das eröffnet neue Chancen für die Zukunft.

Werden die Seiten noch fetter, was wohl passieren wird, und werden die Tools noch ein bisschen dümmer, auch das ist nicht aus­ge­schlos­sen, dann wächst fast au­to­ma­tisch die Zahl der toll gestylten Seiten, die, mit einem kleinen bisschen gesundem Men­schen­ver­stand, bei der benötigten Ladezeit geschlagen werden können.

Und kürzere Ladezeiten spürt auch ein Leser.

Auch für den möglichen Fall, dass kein PageSpeed Tool zum Einsatz kommt.

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